Vitamin-B12-Mangel – Symptome, Test, Ursachen & Therapie

Vitamin-B12-Mangel Symptome

Das in den 1950igern entdeckte Vitamin-B12 nimmt in der allgemeinen Debatte über Ernährung häufig eine zentrale Rolle ein. Die Frage aller Fragen in diesem Kontext ist dabei meistens, ob VeganerInnen tatsächlich fähig sind, genügend Vitamin-B12 über ihre rein pflanzliche Ernährungsweise zu sich zu nehmen.

Das Vitamin aus der Metagruppe der „Cobalamine“ ist insbesondere für die DNA-Neubildung, aber auch für die optimale Funktionstüchtigkeit unserer Nerven von großer Wichtigkeit. Im folgenden Text lüften wir alle Mythen rund um das Thema „Vitamin-B12-Mangel“ und gehen dabei etwas konkreter auf die Punkte Vitamin-B12-Mangel Symptome, Ursachen, Mangel, Folgen, Test sowie Therapie ein.

Vitamin-B12: Funktionen & Aufgaben

Bevor wir jedoch genauer auf die Thematik Vitamin-B12-Mangel eingehen, schauen wir uns zum besseren Verständnis zunächst die Aufgaben und Funktionen von Vitamin-B12 in unserem Organismus an. Zu diesem Zweck habe ich euch anbei eine Liste mit den zentralsten Funktionen und Aufgaben, die Vitamin-B12 in unserem Körper erfüllt, zusammengestellt:

  • Vitamin B12 ist essentiell für die DANN-Bildung und damit auch für die Neurotransmitter-Synthese, die Bildung von Blut sowie die Teilung von Zellen von großer Bedeutung.
  • Vitamin B12 forciert die Bildung von roten Blutkörperchen.
  • Vitamin B12 unterstützt die Leber bei der Entgiftung von Toxinen.
  • Vitamin B12 ist bei der Energieherstellung (ATP-Bildung) der Mitochondrien
  • Vitamin B12 ist für die Ausscheidung von Stoffwechsel-Endprodukten (z.B. Homocystein) und Oxidationsprodukten (z.B. Peroxynitrit) verantwortlich.
  • Vitamin B12 ist am Aufbau der schützenden Myelinscheiden, welche die Nervenbahnen umgeben, beteiligt.
  • Vitamin B12 ist für die Produktion von Neurotransmittern sowie Botenstoffen im gesamten Nervensystem unentbehrlich.

Wie man anhand der Auflistung erkennen kann, ist ein ausgeglichener Vitamin-B12-Haushalt für einen intakten Organismus unerlässlich. Im nächsten Absatz widmen wir uns nun der Frage: Was sind die häufigsten Vitamin-B12-Mangel Ursachen?

Vitamin-B12-Mangel: Ursachen

Die am häufigsten genannte Ursache im Kontext mit B12-Mängel stellt die vegane Ernährungsform dar. Der Grund: Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen/nicht-veganen Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Fleischprodukten, Milchprodukten und Eiern, vor. Die logische Konsequenz daraus: Bei Frauen und Männern mit einem grundsätzlich gesunden Lebensstil sind strikte VeganerInnen und VegetarierInnen die zwei am meisten von Mangelserscheinungen betroffenen Risikogruppen.

Weitere potenzielle Ursachen für die Entstehung eines Vitamin-B12-Mangels können sein:

  • Eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut (chronisch atrophe Gastritis)
  • Eine operative Entfernung des Magens
  • Eine teilweise operative Entfernung des Dünndarmendes (Ileum)
  • Entzündliche Erkrankungen des Darms (z.B. Morbus Crohn)
  • Die Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten wie z.B. „Metformin“
  • Die Einnahme von Magensäureblocker wie z.B. Protonenpumpenhemmer oder Histamin-H2-Antagonisten
  • Ein erhöhter Vitamin-B12-Bedarf als Folge von Krankheiten wie z.B. hämolytische Anämie oder AIDS

Wie man an den Ursachen erkennen kann, spielt in Sachen Vitamin-B12-Mangel der Magen-Darm-Trakt eine wichtig Rolle. Doch warum ist dem eigentlich so? Zur Erklärung: Die Extrahierung des Mineralstoffs B12 aus Lebensmitteln stellt einen recht komplexen Vorgang dar. Im Zentrum dieses Prozesses stehen dabei die Bauchspeicheldrüse, der Dünndarm sowie die Magenschleimhaut. Zunächst wird das B12 im Magen-Darm-Trakt von gebundenen Proteinen separiert.

Ein Transportprotein namens „Haptocorrin“ leitet das Vitamin B12 anschließend weiter in unseren Darm. An dieser Stelle kommt das B12 mit dem sogenannten „Intrinsic Factor“ in Kontakt. Besagtes Konvolut dockt  nun an den sogenannten „Intrinsic-Factor-Andockstellen“ (Rezeptoren) in der Schleimhaut  des  Darms an, durch die das B12 wiederum in die Zellen weiterbefördert werden kann.

Ist besagtes Zusammenspiel des Magen-Darm-Trakts nun beispielsweise durch bestimmte Krankheitsbilder oder sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen beeinträchtigt, ist unser Organismus oftmals nicht mehr dazu in der Lage das Vitamin-B12 in Hydroxocobalamin, Adenosylcobalamin und Methylcobalamin umzuwandeln. Dies ist auch der Grund dafür, warum ein Vitamin-B12-Defizit bei PatientInnen mit Magen-Darm-Erkrankungen auffällig stark vertreten ist.

Hat  sich ein Vitaim-B12-Mangel erstmal eingestellt, gibt es eine Reihe von Symptomen, die von dem  Betroffenen/der Betroffenen als Warnsignale zum möglichst raschem Gegenlenken wahrgenommen werden sollten. Wie sich ein Vitamin-B12-Mangel dabei konkret bemerkbar macht, liest du im nächsten Absatz.

Vitamin-B12-Mangel Symptome

Vitamin B12-Mangel ist – trotz des hohen Verzehrs von tierischen Produkten – ein stark expandierender Mangelzustand in der westlichen Zivilisation – insbesondere bei älteren Personen (60+). Schätzungen gehen davon aus, dass circa sechs Prozent der PatientInnen in der Altersspanne bis zu sechzig Jahren und rund zwanzig Prozent der Betroffenen über sechzig Jahren anzutreffen sind. Anbei findet ihr eine Liste mit jenen typischen Symptomen vor, die ein Vitamin-B12-Defizit charakterisieren:

  • Permanente Erschöpfungszustände
  • Störungen bezüglich der Konzentrationsfähigkeit
  • Muskelschwäche
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Schmerzen, Kribbeln an Händen -> „Ameisenlaufen“
  • Lähmungsgefühle
  • Blässe (durch Blutarmut)
  • Erhöhte Infektanfälligkeit (zu geringe Bildung weißer Blutkörperchen)
  • Koordinationsstörungen
  • Erhöhte Blutungsneigung (verminderte Anzahl der Blutplättchen)
  • Blutungen im Mundbereich (z.B. Zahnfleisch)
  • Entzündete Stellen im Zungen-, Mund-, Magen- und Darm-Bereich
  • Magenbeschwerden
  • Reduktion des Geschmackssinns
  • Reduzierte Herzfunktion
  • Unfruchtbarkeit
  • Reduziertes Denkvermögen
  • Erhöhte Aggression/Reizbarkeit
  • Kollapsneigung
  • Depressionen
  • Psychosen

Interessant: Die beschriebenen Symptome eines Vitamin-B12-Mangel stellen sich in der Regel erst nach mehreren Jahren eines anhaltenden Defizits ein (=schleichender Prozess). Der Grund: In unserem Organismus, genauer gesagt in unserer Leber, ist bei einem gesunden Menschen so viel Vitamin B12 gespeichert, dass der Bedarf von circa 3 Jahren im Voraus gedeckt ist.

Im nächsten Absatz gehen wir nun der Frage nach: Wie kann man einen bereits bestehenden Vitamin-B12-Mangel beheben/ausgleichen, bzw. was kann jeder Einzelne/jede Einzelne von uns tun um einen Vitamin-B12-Mangel erst gar nicht entstehen zu lassen?

Vitamin-B12-Mangel Therapie & vorbeugen

Zum einen muss gesagt sein, dass regelmäßiger Fleischverzehr keine automatische Garantie für einen intakten Vitamin-B12-Haushalt darstellt. Wird ein Vitamin-B12-Mangel frühzeitig erkannt, kann ihm in der Regel durch eine neue Ausrichtung der Ernährungsweisen relativ rasch Einhalt geboten werden. Zum anderen ist es aber auch wichtig zu verstehen, dass sich die Form der Therapierung nach der Ursache des Vitamin-B12-Mangels richtet. Anbei erfährt ihr mehr über die Behandlung der drei häufigsten Ursachen eines Vitamin-B12-Ursachen:

Behandlung eines ernährungsbedingten Vitamin-B12-Mangels

Hat sich ein Vitamin-B12-Mangel als Folge einer veganen Ernährungsweise oder anderer ernährungsspezifischer Ursachen eingestellt, ist in der Regel die sofortige Einnahme eines Vitamin-B12-Präparates (im Idealfall mit 1.000 µg Vitamin B12 am Tag) ratsam.

Ideal sind Kapseln, die eine Mischung der effektivsten Vitamin-B12-Formen enthalten, also das Speicher-Vitamin-B12 sowie die aktiven B12-Formen. Auch Zahncremes mit dem Inhaltsstoff Vitamin B12 können dazu beitragen, den Vitamin-B12-Bedarf zu decken und einem ernährungsbedingten Mangel wieder Herr zu werden. Besagte Zahncremes müssen dazu jeden Tag mindestens 2.Mal verwendet werden, um überhaupt einen signifikanten Einfluss auf den Vitamin-B12-Spiegel zu haben. Eine weitere Möglichkeit der Vitamin-B12-Einnahme ist in Form von Vitamin-B12-Nasentropfen, die von der Nasenschleimhaut absorbiert werden, wodurch der Magen-Darm-Trakt umgangen werden kann.

Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels als Folge chronischer Magen-Darm-Beschwerden

Sind chronisch auftretende Magen-Darm-Beschwerden als Ursache gegeben, sollte in erster Linie die Verbesserung/Wiederherstellung der Magen-Darm-Gesundheit im Zentrum des Interesses stehen. Auch die Einnahme von höheren Vitamin-B12-Dosen (ab 1.000 µg) sind in der Regel sinnreich, weil höhere Dosen per passiver Diffusion, sprich auch im Falle eines angeschlagenen Magen-Darm-Traktes, aufgenommen werden können. Häufig stellen direkte B12-Injektionen ebenfalls eine empfehlenswertere Therapie-Maßnahme dar, insbesondere dann, wenn ein bereits sattes Vitamin-B12-Defizit gegeben ist.

Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels als Folge von Medikamenten

Konsumiert man bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Magensäureblocker, ein, die ein Vitamin-B12-Defizit befeuern können, diskutiert man am besten mit seinem Hausarzt darüber, ob besagte Medikamente unbedingt notwendig sind und wie man einem quasi vorprogrammierten B12-Mangel am besten präventiv entgegenwirken könnte.

Die nächste Frage, die aufkommt, ist jene nach der empfohlenen täglichen Einnahmemenge von Vitamin-B12, um einem etwaigen Vitamin-B12-Mangel auszugleichen oder vorzubeugen.

Vitamin-B12: Dosierung & Einnahmeempfehlungen

Wie viel Vitamin B12 man täglich konkret benötigt, ist individuell sehr verschieden. Die empfohlene Tagesmenge liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene bei rund 3,0 Mikrogramm. Die empfohlene Dosierung beziehungsweise der Bedarf an Vitamin-B12 kann aber je nach Alter und Lebenssituation variieren. So kann beispielsweise während der Schwangerschaft und in der Stillzeit der Vitamin-B12-Bedarf leicht erhöht sein.

Idealerweise nimmt man Vitamin B12 in multiplen Portionierungen über den ganzen Tag aufgesplittet zu sich, weil eben lediglich minimale Portionen vom Organismus aufgenommen und weiterverarbeitet werden können. Über den sogenannten „Intrinsic Factor“ werden pro Konsum im Optimalfall circa 1,5 µg Vitamin B12 resorbiert.

Wenn du also ein Vitamin-B12-Supplement mit 2 µg anwendest, dann solltest du besagtes Supplement Minimum zwei Mal pro Tag zu dir nehmen, um deinen Tagesbedarf von 3 µg abdecken zu können.

Da besagter „Intrinsic Factor“ jedoch nur bei gesunden Mägen in adäquater Quantität vorhanden ist, solltest du dich nicht blind auf beschriebene Methodik verlassen, sondern die Vitamin-B12-Einnahme erst nach Rücksprache mit deinem Hausarzt durchführen.

Vitamin-B12-Mangel: Test & Diagnose

Leider werden besonders die vermeintlich „leichten“ Symptome eines Vitamin-B12-Mangels oft nicht als solche erkannt und darum falsch bzw. gar nicht behandelt. Der Grund: Das Bewusstsein über die Bedeutung und Verbreitung des Vitamin-B12-Mangels ist noch relativ unausgeprägt, da Vitamin-B12-Tests unter Ärzten lange Zeit relativ unüblich war. Erst seit circa den letzten 15 Jahren findet die Behandlung eines Vitamin-B12-Mangel, aufgrund zahlreicher durchgeführter Studien zu dieser Thematik, immer mehr medizinischen Anklang und wird darum auch häufiger korrekt diagnostiziert.

Heute ist es dank der Entwicklung einfacher Vitamin-B12-MMA-Urintests sehr unkompliziert geworden, den Vitamin-B12-Status zu überprüfen. Bei einem oder mehreren auftretenden Vitamin-B12-Mangel Symptomen ist dringend dazu geraten, einen solchen Urintest durchzuführen, um einen B12-Mangel frühzeitig ausschließen zu können oder einer Verschlimmerung der Symptome präventiv vorzubeugen. Eine weitere Diagnosemethode zur Feststellung eines Vitamin-B12-Mangels stellt das klassische Blutbild dar.

Fazit – wichtigsten Infos

Zum Abschluss des Artikels habe ich für euch noch einmal die prägnantesten Parameter in puncto Vitamin-B12 sowie Vitamin-B12-Mangel zusammengefasst:

  • Vitamin B12 ist eine Sammelbezeichnung für unterschiedlich substituierte, wasserlösliche Corrinoide.
  • Vitamin B12 spielt bei der Zellteilung eine wichtig Rolle.
  • Vitamin B12 ist primär in tierischen Nahrungsmitteln
  • Vitamin B12 wird über den Darm mit Hilfe eines bestimmten Eiweißmoleküls absorbiert.
  • Die häufigsten Ursachen für einen Vitamin-B12-Mangel sind: Magen-Darm-Erkrankungen/Beeinträchtigungen, Medikamentenkonsum und ein veganer Ernährungs-/Lebensstil.
  • Die Symptome eines Vitamin-B12-Mangel sind anfangs unscheinbar und verschlimmern sich zunehmend/schleichend.
  • Häufige Symptome eines Vitamin-B12-Mangels sind Müdigkeit/Erschöpfung, Leistungseinbußen und Konzentrationsstörungen.
  • Ein Vitamin-B12-Mangel kann mittels Blutbild oder MMAUrintest beim Arzt diagnostiziert werden.
  • Der Ausgleich eines Vitamin-B12-Mangels erfolgt in der Regel über Vitamin-B12-Präparaten oder Vitamin-B12-Injektionen.

Bildquelle: depositphotos (ID: 91092232)

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