Magnesiummangel: Symptome, Test, Ursachen & Behandlung

MagnesiummangelMagnesiummangel (Hypomagnesiämie) ist eine Mineralstoffmangel-Erkrankung und beschreibt in der Medizin nichts anderes, als eine verminderte Konzentration von Magnesium im Blut.

Magnesiummangel kann symptomlos bleiben, aber auch zu einer Vielzahl an körperlichen Beschwerden – wie z.B. Wadenkrämpfe, Lidzucken sowie Migräne – führen. In diesem Artikel erfährst du alles rund um die Themen: Magnesiummangel-Ursachen, Magnesiummangel-Anzeichen, Magnesiummangel-Symptome und Magnesiummangel-Behandlung.

Magnesium: Funktionen im Körper

Der Mineralstoff Magnesium (Mg) erfüllt im menschlichen Körper gleich eine ganze Reihe an essentiellen Aufgaben und Funktionen. So agiert Magnesium zum Beispiel als Gegenspieler zu Calcium.

Warum das von Nutzen ist? Sobald eine erhöhte Calciumkonzentration in der Muskulatur vorliegt, können Verspannungen und Muskelkrämpfe die Folge sein. Magnesium verringert hierbei den Calciumstrom in die Muskelzellen und sorgt auf diese Weise für eine entspannende und krampflösende Wirkung auf die Muskulatur. Somit leistet Magnesium einen zentralen Beitrag zur normalen Muskelfunktion.

Darüber hinaus ist Magnesium auch noch für einen normalen Energiestoffwechsel  unentbehrlich. Grund dafür ist seine aktivierende Wirkung auf das ATP (Adenosintriphosphat), der sogenannte „Kraftstoff der Zellen“. Das ATP wird bei der Muskelarbeit (Stichwort „Krafttraining“) als Energielieferant in hohen Mengen benötigt. Im Umkehrschluss bedeutet dies nun aber auch, dass sich ein Magnesiummangel negativ auf die ATP-Ausschüttung und damit auch negativ auf unsere Leistungen beim Fitnesstraining auswirkt.

Stellt sich die Frage: Wie kann ein Magnesiummangel überhaupt erst entstehen?

Magnesiummangel: Ursachen

Das zentrale Problem: Magnesium muss in ausreichender Menge zugeführt werden, denn unser Organismus kann es nicht selber herstellen. Dabei existieren zwei Szenarien, wie ein Magnesiummangel konkret zustande kommen kann.

Ein Magnesiummangel kann durch zwei Möglichkeiten entstehen:

  • zu geringe bzw. ungenügende Aufnahme von Magnesium
  • eine zu hohe Ausscheidung von Magnesium

Um letzteres Szenario bestmöglich zu vermeiden, verfügt unser Organismus über viele Mechanismen, welche verhindern, dass unser Körper überhaupt zu viel Magnesium ausscheidet. Nur bei maximal 1% der weltweiten Bevölkerung sind die Regulationsmechanismen aufgrund von etwaigen genetischen Faktoren beschränkt bzw. gestört.

Bei diesem Menschen besteht ein genetischer Defekt in den Nieren hinsichtlich der Wiederaufnahmekanälen, wodurch der Körper nicht mit ausreichend Magnesium versorgt werden kann. Entsprechende Mangel-Symptome, wie z.B. Müdigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden, treten schon im frühen Kindesalter auf.

In 99 Prozent der Fälle sind jedoch andere Faktoren verantwortlich für einen Magnesiummangel. Dazu zählen unter anderem:

  • Essstörungen
  • Mangelernährung
  • Leistungssport
  • Schwangerschaft
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • erhöhter Alkohol-Konsum
  • Bauchspeicheldrüseentzündung
  • Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • häufiges Erbrechen und andauernder Durchfall
  • dauerhafter Stress
  • Magnesium-Verwertungsstörungen (Malabsorption)

Auch die Einnahme verschiedener Arzneimittel kann die körpereigene Magnesiumbilanz unvorteilhaft beeinflussen. Dazu zählen insbesondere harntreibende Medikamente – z.B. Antibiotika und Diuretika.

Ebenfalls interessant: Ein Magnesiummangel wird meist nicht bemerkt, bzw. läuft symptomlos. Ab einem sehr niedrigen Konzentrationsgehalt von weniger als 0,5 Millimol/Liter macht sich ein Magnesiummangel in Form der oben beschriebenen Beschwerden bemerkbar. Die sicherste und aussagekräftigste Methode einen Magnesiummangel festzustellen, ist mittels Blutbild und Urinprobe beim (Haus-)Arzt deines Vertrauens. Auf diesen Punkt kommen wir jedoch noch im Absatz „Magnesiummangel: Behandlung!“ genauer zu sprechen. Zunächst wollen wir noch klären, welche Symptome und Anzeichen konkret auf einen Magnesiummangel hinweisen.

Magnesiummangel: Symptome und Anzeichen

Nicht nur die Ursachen eines Magnesiummangels sind vielfältig, sondern auch dessen mögliche Symptome und Anzeichen. Allgemein bekannt sind dabei in der Bevölkerung vor allem Muskelverspannungen, Muskelkrämpfe (insbesondere nächtliche Wadenkrämpfe) sowie Lidzucken.

Dank eingängiger Werbereklamen im TV für Magnesiumpräparate, nehmen immer mehr Menschen schon beim kleinsten „Wehwehchen“ Brausetabletten, Nahrungsmittelergänzungen und sonstigen Magnesium-Präparaten. Tatsächlich können besagte Krämpfe in der Muskulatur auch ganz andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Fehlbelastungen, Überanstrengungen oder Fehlhaltungen im Alltag.

Oft macht sich Magnesiummangel durch sehr unspezifische Symptome bemerkbar, die sowohl physischen, als auch psychischen Ursprungs sein können. Auf der physischen Seite sind das unter anderem Müdigkeit/Schwäche, Magen-Darm-Erkrankungen, Übelkeit/Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Kopfschmerzen oder Schwindel. Psychische Symptome im Zusammenhang mit Magnesiummangel sind hingegen eine erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Teilnahmslosigkeit, Unruhe und Interessenverlust.

Egal, ob auf physischer oder psychischer Ebene gesehen, fest steht: Chronischer Magnesiummangel (Stichwort „Hypomagnesiämiesyndrom“) kann schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben. So sind insbesondere bei älteren Patienten, die an Magnesiummangel leiden, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelinsuffizienz sowie ein erhöhter Herzschlag durchaus keine Seltenheit. Andere charakteristische Magnesiummangel-Symptome: hohe Gewichtsabnahme ohne offensichtliche Ursachen, Bewusstseinsstörungen, Schläfrigkeit und eingeschränktes Denkvermögen.

Ist durch den Mangnesiummangel die Reaktivität der Zellen belastet bzw. gestört, kann neben den bereits erwähnten Muskelkrämpfen und Muskelzuckungen (insbesondere Lidzucken), auch anhaltendes Muskelzittern, Gefühls- oder Bewegungsstörungen als Konsequenzen drohen. Besonders schwerwiegend: Schwangeren droht bei andauernden Magnesiummangel sogar vorzeitige Wehen-Einsätze bis hin zu Fehlgeburten.

Interessant: Magnesiummangel tritt meistens nicht alleine, sondern häufig in Kombination mit anderen Mineralstoff-, Vitamin- oder Spurenelementmängeln (vor allem Calciummangel) auf. Die Folge: Die Beschwerden der einzelnen Mangelerkrankungen addieren sich und bauschen sich so  regelrecht zu einem Konvolut an schmerzhaften Symptomen zusammen.

Um beschriebenen Umstand mit allen Mitteln zu verhindern, erfährst du im nächsten Absatz alles Wissenswerte zum Thema Magnesiummangel-Vorbeugung.

Magnesiummangel Vorbeugung

Magnesiummangel Symptome, Test, Ursachen & Behandlung

Die wohl simpelste und zugleich effektivste Strategie einem Magnesiummangel vorzubeugen ist, wer hätte es gedacht, eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Doch in welchen Lebensmitteln ist eigentlich am meisten Magnesium enthalten?

Magnesiumreiche Lebensmittel

  • Vollkornprodukte
  • Nüsse (insbesondere Erd-, Wal- und Cashewnüsse)
  • Hülsenfrüchte
  • Sonnenblumenkerne
  • Kohlrabi
  • Kartoffel mit Schale
  • Spinat
  • Geflügel und Fisch
  • Leinsamen
  • Himbeeren
  • Bananen
  • und für alle Naschkatzen – dunkle Schokolade

Tipp: Auch über die Flüssigaufnahme lässt sich der Magnesiumbedarf weitestgehend abdecken. Achtet einfach beim nächsten Mineralwasser-Einkauf auf die Nährstofftabelle an der Rückseite der Flasche.

Magnesium Tagesbedarf

Apropos „Magnesiumbedarf“:  Wie viel Magnesium braucht denn der Mensch nun eigentlich pro Tag?

Laut DGE ( Deutsche Gesellschaft für Ernährung):

„Eine gesunde, erwachsene Frau sollte täglich 300 mg Magnesium über die Nahrung zu sich nehmen. Für einen gesunden, erwachsenen Mann werden 350 bis 400 mg pro Tag empfohlen. Aber auch bei Kindern und Jugendlichen werden – je nach Alter – bis zu 400 mg Magnesium pro Tag veranschlagt. Denn: Heranwachsende haben im Verhältnis zum Körpergewicht einen höheren Magnesiumbedarf, da der Körper in Wachstumsphasen mehr Magnesium benötigt.“

Neben der natürlichen, vollwertigen Ernährung besteht auch noch die Möglichkeit auf Nahrungsergänzungsmittel in Form von Magnesiumpräparaten zurückzugreifen. Diese kannst du in jeder Apotheke, aber auch in so ziemlich jedem Drogeriemarkt freiverkäuflich, also ohne Rezept, erwerben. Beim gesunden Menschen ist eine Magnesiumüberdosierung durch eine Einnahme praktisch unmöglich, da überschüssiges Magnesium ganz einfach durch den Urin ausgeschieden wird.

Aber Achtung: Bei Menschen die an einer stark eingeschränkten Nierenfunktion leiden bzw. an einer Unterfunktion der Nebennieren, kann es zu einer übermäßigen Anreicherung von Magnesium im Körper kommen. Daher gilt: Menschen mit Nierenerkrankungen sollten vor einer regelmäßigen Einnahme von Magnesiumpräparaten unbedingt mit ihrem Arzt Rücksprache halten.

Magnesiummangel: Behandlung & Test

Die im letzten Punkt angesprochene Rücksprache mit deinem Arzt kann vor allem eines: Sie kann zu 100 Prozent ausschließen, dass deine Symptome, wie z.B. Wadenkrämpfe, Müdigkeit oder übermäßiges Schwitzen, einen anderen Ursprung als deinen vermuteten Magnesiummangel haben.

Darüber hinaus kann der Arzt nach dem Magnesiummangel-Test dann auch gleich die für dich beste und effektivste Therapiemethode einleiten, um dem Magnesiummangel schnellstmöglich Herr zu werden. Insbesondere schwangere Frauen sollten, aus  den oben bereits genannten Gründen, mit ihrem Arzt direkt über einen etwaigen Magnesiummangel sprechen.

Der Arzt wird aller Voraussicht nach der Diagnose und bei nötigem Bedarf eine erhöhte Magnesiumzufuhr verordnen. Dazu gibt es Magnesiumpräparate als:

  • Tabletten
  • Dragees
  • Kau-, Lutsch- oder Brausetabletten
  • Injektionslösungen oder
  • Granulat

Dies gibt es in verschiedenen Dosierungen und auch Magnesiumsalzen. So kann der Magnesiummangel schnell und einfach behoben werden. Interessant dabei: Organische Magnesiumsalze (z.B. Magnesiumcitrat oder Magnesiumhydrogenaspartat) nimmt der Körper in der Regel besser auf als anorganische Verbindungen (z.B. Magnesiumoxid).

10-20% der Weltbevölkerung leiden unter Magnesiummangel

Übrigens: Man geht aktuell davon aus, dass circa  10 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung unter Magnesiummangel leiden. Vor allem bei Jugendlichen ist Hypomagnesiämie sehr stark verbreitet. Oftmals handelt es sich dabei jedoch lediglich um eine  leichte Ausprägung der Hypomagnesiämie, die bereits mit einer Ernährungskorrektur hin zu mehr magnesiumhaltigen Lebensmitteln kuriert werden kann..

Anders verhält es sich, wenn ein Nierenleiden besteht oder harntreibende Medikamente eingenommen werden. In diesem Fall ist eine kontinuierliche Kontrolle durch den Arzt unentbehrlich. Durch die Einnahme spezieller magnesiumhaltiger Präparate lässt sich dann aber auch ein ausgeprägter Magnesiummangel in der Regel binnen weniger Wochen beheben. Bei einem Magnesiummangel mit schweren Symptomen, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelinsuffizienz, muss das Mineral dem Patienten über eine Vene zugeführt werden.

Fazit

Eine nutritive Mangelerscheinung ist für unseren Körper immer und ausschließlich kontraproduktiv. Nicht ohne Grund plädieren Ernährungswissenschaftler und Mediziner bereits seit Jahrzehnten auf eine ausgewogene Ernährungsform.

Denn auch wenn ein Magnesiummangel genetische Ursachen (z.B. in Form von vererbten Nierenerkrankungen) haben kann, so ist meistens eine Mangelernährung die Wurzel allen Übels. In diesem Sinne lautet mein abschließender Tipp für heute: Eat balanced, stay healthy!

Bildquelle: depositphotos (ID: 105728086)

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