Kompressionsstrümpfe beim Sport: Test, Wirkung, Anwendung

Der medizinische Einsatz von Kompressionsstrümpfen, vielen wahrscheinlich besser bekannt als „Stützstrümpfe“, bei Menschen mit Venen- oder Bindegewebserkrankungen gilt schon lange als bewährte Therapieform. „Kompression“, als medizinischer Terminus, bedeutet dabei das Ausüben von Druck auf ein Gewebe. Mit anderen Worten: Durch den Kompressionseffekt sorgen orthopädische Strümpfe für eine bessere Durchblutung im betroffenen Gewebe und dienen somit als wertvolle Präventionsmaßnahme gegen Thromboseerkrankungen, Besenreißer und Krampfadern.

Kompressionsstrümpfe Sport

Doch nicht nur das: Auch bei längeren Flügen, Krankenhausaufenthalten oder während der Schwangerschaft kommen diese Strümpfe zum Einsatz. Der Grund: Durch die Kompression kann die Wasserbildung in den Beinen reduziert werden. Soweit, so gut.

In den letzten Jahren konnte man aber beobachten, dass auch immer mehr Ausdauersportler, insbesondere Marathonläufer, zu den kniehohen Strümpfen greifen. Stellt sich nun die Frage: Leiden diese Athleten denn alle an Venenerkrankungen? Natürlich nicht!

  • Warum aber haben die bunten Strümpfe dann, sowohl in den Hobby-, als auch in den Spitzensport Einzug gehalten?
  • Inwiefern wirken sie leistungssteigernd?
  • Und vor allem: Auf was muss ich beim Kauf achten?

Diese und viele weitere Fragen rund um das Thema „Kompressionstrümpfe Sport“ werden im folgenden Artikel beantwortet. Also: Dranbleiben lohnt sich!

Kompressionsstrümpfe Sport Test

Auch für Kompressionsstrümpfe im Sportbereich gibt es mittlerweile eine sehr große und gute Auswahl. Wenn man ehrlich ist, gibt es keinen wirklich „Testsieger“, denn das ist von Person zu Person natürlich immer sehr unterschiedlich. Nicht nur die Form und Größe spielen hier eine wichtige Rolle, sondern auch der persönliche Anwendungsbereich. So sind für die Regeneration andere Strümpfe zu empfehlen als für eine lange Ausdauerleistung. Dieser Kompressionsstrümpfe Test soll beim Kauf ein helfen und nützliche Informationen liefern.

Wir haben uns drei verschiedene Kompressionsstrümpfe für den Sport- und Fitness-Bereich genauer angeschaut. Hier findest du alle Infos kurz zusammengefasst.

AbbildungKompressionsstrümpfe Test - DANISH ENDURANCEKompressionsstrümpfe Sport under pressure RUNATTACKKompressionsstrümpfe Sport Test - PPWear
Material65% Polyamid, 20% Elasthan, 15% Lycra85% Polyamid, 15 % Elastan61% Polypropylen, 27% Polyamid, 12% Elasthan
Kompressionsstärke16-21 mmHg18-21mmHg20-25mmHg
in verschiedenen Farben erhältlichgelb/grau, weiß/grau, schwarz/grau, rosa/graugrau, bordeaux, neon gelb, neon grün, neon pink, petrolblau, grün, schwarz
LinkPreis prüfenPreis prüfenPreis prüfen

Hinterfrage also jeden Kompressionsstrümpfe Test oder Vergleich und schau was sich für dich wirklich eignet. Verwendest du ein anderes Modell? Dann würde ich mich über deine Erfahrungen freuen und nimm diese Modelle mit auf in die Liste.

Medizinische Kompressionsstrümpfe vs. Kompressionsstrümpfe Sport

Während die positive Wirkung von Kompressionsstrümpfen in der Medizin unumstritten ist, kämpft deren Anwendung im Sportsektor noch um die uneingeschränkte Legitimation. Doch gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen der Wirkungsweise von therapeutischen Strümpfen und deren sportlichen Ablegern? Und wenn ja – welchen? Hier die Antwort:

Die medizinische Variante übt an den gewünschten Stellen einen genau auf den therapeutischen Zweck abgestimmten Druck aus, der die Venen von außen zusammendrückt. Die Intensität der Kompression richtet sich dabei nach dem Krankheitsgrad des zu behandelnden Patienten. Bei den therapeutischen Strümpfen handelt es sich im Übrigen um ein verschreibungspflichtiges Produkt.

Kompressionsstrümpfe, wie sie nun zum Beispiel von Marathonläufern, Bergsteigern, aber auch  Radfahrern, Tennisspielern und Trail-Runnern genutzt werden, üben einen viel geringeren Druck, als ihr medizinisches Pendant aus. Dieser sogenannte „Wohlfühldruck“ wird vom Sportler bei der Ausübung seines Trainings meist gar nicht bewusst wahrgenommen.

Noch einmal zusammengefasst: Das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen den zwei Kompressionsstrumpf-Gattungen liegt also konkret im Druckunterschied. Doch haben die Sportstrümpfe trotz geringeren Drucks eine Daseinsberechtigung, beziehungsweise welche konkreten Vorteile versprechen sich die Athleten durch deren Einsatz?

Kompressionsstrümpfe im Sport: Die Vorteile!

  1. Die Durchblutung wird gefördert

Es ist so: Der leichte, lokale Druck, der auf unsere Wadenmuskulatur ausgeübt wird, führt dazu, dass sich die darunter liegende Arterie entspannen kann, da sie nun nicht mehr alleine den Blutdruck aufrechterhalten muss.

Durch den Kompressionstrumpf kann das Blut in unserer Wadenmuskulatur also besser zirkulieren, da sich die Arterie durch den Außendruck vergrößert und von einem größeren Blutvolumen durchströmt werden kann. Dieser Effekt kommt vor allem dem Langstreckenläufer zugute, da die Muskulatur durch die geweitete Arterie verstärkt mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird.

Positiver Nebeneffekt: Mit dem erhöhtem Blutstrom wird auch eine optimale Nährstoffbereitstellung (Calcium, Magnesium etc.) gewährleistet und das Laktat (=Milchsäure) aus dem Muskel schneller abtransportiert.

  1. Das Verletzungsrisiko wird reduziert

VerletzungsrisikoExperten sind sich einig: Kompressionsstrümpfe stabilisieren unsere Sprunggelenke und verleihen dem Sportler dadurch ein sicheres Gefühl beim Auftreten. Durch den besseren Halt kann die Gefahr typischen Läufer-Verletzungen, wie Umknicken, Muskelfaserrissen oder Bänderdehnungen, zum Opfer zu fallen, minimiert werden.

Ein weiterer Vorteil: Die Kompressionsstrümpfe dämpfen jene Belastung, die bei jedem Schritt auf die Waden-Muskulatur des Läufers wirkt.

Wie sie das machen? Ganz einfach: Der Kompressionseffekt führt, wie bereits erwähnt, zu mehr Halt. Ein besserer Halt wiederum verringert die beim Auftreten entstehenden Muskelvibrationen. Weniger Vibrationen bedeuten automatisch weniger Mikrorisse in der Muskulatur, welche besonders gerne bei Langstreckenläufen auftreten.

Übrigens: Es sind genau diese Mikrorisse, welche den unbeliebten Muskelkater am Tag nach einer intensiven Trainingseinheit auf den Plan rufen. Daher komm ich auch gleich zum nächsten Punkt:

  1. Der Regenerationsprozess wird optimiert

Viele Sportler schwärmen von „leichteren Beinen“ nachdem sie die Strümpfe das erste Mal einem Praxistest unterzogen haben. Doch ist das nun ein rein subjektives Empfinden?

Die Antwort: Durch den externen Druck auf unseren Knöchel kommt es zu einer Verengung des Venendurchmessers. Diese Verengung bewirkt, dass das Blut schneller fließen kann und etwaige Blutgerinnsel keine Chance haben. Auch die Gewebsflüssigkeit kann nun besser von den Venen aufgenommen und auch wieder schneller abtransportiert werden.

Die Folge: Die Beine schwellen nicht so schnell und auch nicht so stark an. Last but not least, gehören auch Wassereinlagerungen Dank den Laufkompressionsstrümpfen ein für alle Mal der Vergangenheit an.

Durch die bereits erwähnte verbesserte Sauer- und Nährstoffversorgung werden für die gereizte Muskulatur optimale Regenerationsbedingungen geschaffen. Mein Tipp: Tragen Sie die Strümpfe nicht nur während, sondern vor allem auch nach der Trainingseinheit, um den Erholungs-Effekt für die Muskeln zu potenzieren!

Zusammenfassend kann man also sagen: Durch das Tragen der Kompressionstrümpfe wird zum einem die Muskelermüdung hinausgezögert und zum anderem die Muskelregeneration vorangetrieben. Und mal ehrlich – welches Sportlerherz schlägt nicht höher bei solchen Aussichten? Um diese Effekte aber tatsächlich erzielen zu können, muss man beim Kauf einige Details beachten.

Kompressionsstrümpfe Sport: Darauf musst du beim Kauf achten!

Gleich vorweg: Wir empfehlen ausschließlich die knielange Vollversion von Kompressionsstrümpfen. Es gibt sie nämlich auch noch also sogenannte „Unterschenkel-Kompressions-Tubes“, die sich vom Original dadurch unterscheiden, dass ihnen der Fußteil fehlt. Diese Einsparung kann sich jedoch bei längeren, intensiven Belastungen in Form von Lymphstaus, Flüssigkeitsansammlungen und Schwellungen am unteren Tube-Bund rächen.

Durch den einschnürenden Effekt des Tube-Bundes am Knöchel können zudem Sehnenentzündungen im Sprunggelenksbereich begünstigt werden. Greifen Sie deshalb stets zu der Variante mit Fußteil – die etwas höhere Investition lohnt sich!

Kompressionsgradient

Ein Qualitätsmerkmal von Kompressionsstrümpfen ist es zudem, wenn der Kompressionsgradient vom Sprunggelenk in Richtung Knie stetig abnimmt. Der externe Druck soll nämlich am Knöchel am höchsten sein und nach oben hin abflachen. Damit die Strümpfe überhaupt als Kompressionsstrümpfe gelten, sollte der Druck übrigens mindesten 15mmHG (= Maßeinheit des Drucks) betragen.

Dabei gilt: Je größer die körperliche Belastung, desto größer darf auch der Druckgradient sein.

Für Marathonläufer, Ultra- und Trailrunner empfiehlt sich zum Beispiel die Kompressionsklasse 2 – mit Kompressionswerten zwischen 23 und 32 mmHG. Möchte man die Strümpfe hingegen zur Regenerationsbeschleunigung nach dem Sport einsetzen, sollte man unbedingt zur Kompressionsklasse 1 greifen. Hier beträgt der Druckgradient dann nur noch 18-22 mmHG, was für die Muskelerholung völlig ausreichend ist. Du siehst also: Kompressionsstrumpf ist nicht gleich Kompressionsstrumpf!

Richtige Größenauswahl

Neben der auf den jeweiligen Zweck abgestimmten Kompressionsstärke spielt insbesondere auch die richtige Größenauswahl eine entscheidende Rolle. Doch wie finde ich die für mich passende Größe heraus? Hier erfahren Sie mehr:

Das Hauptproblem in diesem Zusammenhang ist, dass jeder Hersteller seine individuellen Bemessungsgrundlagen hat. Die gute Nachricht: So ziemlich jeder, zumindest jeder größere, Kompressionsstrumpf-Anbieter bietet auch seinen eigenen „Size-Finder“ an. Das ist im Grunde nichts anderes als eine Tabelle, anhand derer man die richtige Größe für sich persönlich feststellen kann.

Um auf ein möglichst genaues Ergebnis zu kommen, muss man den Size Finder zuvor mit seinen Maßen füttern. Abgefragt werden dabei oft die Schuhgröße, der Knöchel- sowie der Wadenumfang. Mit der richtigen Größe sind die Strümpfe sehr bequem in jedem Schuh.

Wie erkenne ich aber wenn der Size Finder mir eine zu große, oder zu kleine Größe ausgespuckt hat?

Im Idealfall enden die Strümpfe unter den Kniegelenken. Ist das nicht der Fall, sprich ragen die Strümpfe über das Knie hinaus, muss man mit Einbußen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit rechnen. Ein absolutes No-Go ist es, den Strumpf umzuschlagen, geschweige denn mit der Schere nach dem Motto „Do it yourself“ zu kürzen. Dann ist nämlich nicht nur die Kompression hin, sondern gleich der ganze Strumpf.

Genauso kontraproduktiv, wie eine Überlänge, ist auch ein zu kurz geratener Strumpf. Diesen erkenne ich daran, dass er nur bis zur Wadenmitte reicht.

Kompressionsstrümpfe anziehen – so geht`s richtig

Im nächsten Absatz möchte ich Ihnen, so blöd es auch klingen mag, gerne erklären wie man die Kompressionsstrümpfe richtig anzieht. Dabei gehen wir in fünf Schritten vor – Kompressionsstrümpfe anziehen:

  1. Greifen Sie mit dem Arm in den Strumpf hinein, bis sie den Fersenabschnitt in der Hand halten.
  2. Stülpen Sie nun den Strumpf von innen nach außen, den Fußteil lassen Sie aber noch im Strumpf. Achten Sie darauf, dass Sie keine Ringe oder sonstige Utensilien tragen, die den Stoff beschädigen könnten.
  3. Stecken Sie nun Ihren Fuß in das Fußteil, welches sich nach wie vor im umgedrehten Strumpf befindet.
  4. Nun ziehen Sie den Strumpf einfach Stück für Stück übers Bein. Das Ganze am besten in einer Pendelbewegung. Das Ziehen am oberen Strumpfende ist tabu, da ansonsten die Gefahr besteht ihn zu überspannen und in Folge zu zerreißen.
  5. Im letzten Schritt können Sie nochmals von außen mit den Händen über den Strumpf streichen (von unten nach oben), damit er glatt aufliegt. Dabei gilt erneut: Keinesfalls durch Ziehen des oberen Randes den Strumpf „glatt bügeln“.

Ist auch diese letzte Hürde geschafft, steht Ihrem Lauferlebnis nichts mehr im Wege! Kompressionsstrümpfe anziehen klingt aufs Erste vielleicht, aber auch hier kann man so einiges falsch machen.

Zum Abschluss des Artikels möchte ich noch kurz auf zwei häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit Kompressionsstrümpfen eingehen, nämlich:

Sind Kompressionsstrümpfe waschmaschinentauglich?

Prinzipiell ist es ratsam die Kompressionsstrümpfe nur per Hand, oder maximal (!) bei 30 Grad im Schonmodus zu waschen. Verzichten Sie dabei auf Weichspüler und aufhellende Waschmittel. Diese können das elastische Gewebe des Strumpfes angreifen. Auch ein anschließendes Bügeln ist weder ratsam, noch notwendig, da das Material ohnehin knitterfest ist.

Was mache ich, wenn die Haut unter den Strümpfen anfängt zu jucken?

Bei längeren Tragephasen kann es durchaus vorkommen, dass die Haut unter den Kompressionsstrümpfen anfängt zu jucken. Der Grund dafür ist eine zunehmende Austrocknung der Haut. Daher empfiehlt es sich nach den Trainingsphasen die entsprechenden Stellen stets mit einer Feuchtigkeitspflege einzucremen.

Achtung: Verwenden Sie die Creme jedoch nicht während des Trainings, da ansonsten der Halt der Strümpfe verloren geht.

Kompressionsstrümpfe – Mein Fazit

Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Kompressionsstrümpfen ein großmütterliches Image anlastete! Im Gegenteil, die orthopädischen Helferlein haben sich vollkommen zurecht einen Platz in vielen Sportlerherzen verschafft und sind ein gutes Beispiel dafür, wie man mit einfachen Mittel, Großes bewirken kann.

Das Beste: Ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profiathlet, wirklich jeder kann von den regenerationsfördernden Strümpfen profitieren! Und mal ganz vom technischen Nutzen abgesehen: Die zum Teil neonfarbenen Stutzen sehen cool aus und man wirkt gleich um ein Vielfaches kompetenter, als wenn man mit seinen alten Tennissocken beim Lauftraining antanzt.

Alles in allem bin ich davon überzeugt, dass Kompressionsstrümpfe beim Sport mittlerweile zur Grundausstattung jedes passionierten Läufers oder auch Sportler gehören sollten. In diesem Sinne: Halten Sie den Druck hoch!

Hast du bereits Erfahrungen mit Kompressionsstrümpfe beim Sport gemacht? Dann berichte uns gerne davon in den Kommentaren. Ich freue mich über jegliches Feedback.

(Bildnachweis: fotolia.com)

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