Kaliummangel – Symptome, Ursachen & Therapie

Kaliummangel SymptomeBei einem Kaliummangel handelt es sich um eine Elektrolytstörung, bei der sich bei den Betroffenen zu wenig Kalium im Blutserum befindet. Du leidest häufig an Müdigkeit, Nervosität, Kopfschmerzen und/oder Schwindel?

Dann könnte die Diagnose Kaliummangel auch auf dich zu treffen. In diesem Artikel erfährst du alle Infos des Mineralstoffmangels: Symptome, Ursachen, Folgen, Selbsttest sowie Behandlung.

Kalium: Aufgaben und  Funktionen im Körper

Bevor wir jedoch genauer auf die Thematik Kaliummangel/Hypokaliämie eingehen, schauen wir uns zum besseren Verständnis (in aller Kürze) die Aufgaben und Funktionen des Mineralstoffs Kalium in unserem Organismus an. Dazu zählen unter anderem:

  • Kalium sorgt für die Aufrechterhaltung des Zustandes der normalen neuromuskulären Reizbarkeit. Es ist auch an der Reizleitung und -Bildung des Herzens mitbeteiligt.
  • Der Mineralstoff schützt auch die Endothelschicht (=Zellschicht) von Gefäßen. Zudem verbessert Kalium auch die generelle Fähigkeit einer Gefäßerweiterung.
  • Auch für die Regulation des Zellwachstums ist Kalium mitverantwortlich.
  • Das Element forciert die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse (in den Beta-Zellen).
  • Kalium steuert in Kombination mit Natrium den osmotischen Druck (gleichbedeutend mit dem Wassergehalt der Zellen) und sorgt dafür, dass der Blutdruck im Organismus aufrecht gehalten wird.
  • Es bewahrt das Säure-Basen-Gleichgewicht des Organismus, durch die Regulation der Säureausscheidung der Niere.
  • Kalium hat einen zentralen Anteil an der Synthese von Proteinen sowie an der Kohlenhydratverwertung.

Was ist Kaliummangel? Definition

Von einem Kaliummangel (Hypokaliämie) spricht man in der Medizin immer dann, wenn der Spiegel dieses wichtigen Mineralstoffes im Blutserum unter den Normbereich absinkt. Bei gesunden, erwachsenen Personen liegt besagter Normalbereich zwischen 3,8 mmol/l und 5,2 mmol/l Kalium.

Ab einem Serumkalium von über 5,2 mmol/l (bei Erwachsenen) spricht man von einem Kaliumüberschuss (Hyperkaliämie). Die Regulation der Kaliumausscheidung wird durch das Hormon Aldosteron reguliert, welches eine Abgabe von Kalium in den Urin bewirkt.

Übrigens: Kalium ist vor allem in den Zellen, respektive im Intrazellularraum vorzufinden. Außerhalb der Zellen (dem sogenannten Extrazellularraum) ist Kalium hingegen nur in äußerst geringe Konzentrationen vorhanden. Dieser Konzentrationsunterschied zwischen Intra- und Extrazellularraum ist für eine normale Zellfunktion zwingend erforderlich. Doch welche Funktion erfüllt der Mineralstoff Kalium eigentlich in unserem Organismus?

Die Erklärung: Wie bereits kurz angeschnitten steuert Kalium gemeinsam mit Natrium unseren Wasserhaushalt. Darüber hinaus ist Kalium erheblich an der Weiterleitung von Impulsen in den Muskel- und Nervenzellen involviert. Insbesondere im Falle der Funktion und Erregbarkeit von Herzmuskelzellen hat das Element eine zentrale Rolle. Außerdem wird Kalium von unserem Organismus für den Aufbau von Eiweiß sowie der Aktivität diverser Enzyme benötigt. Last but not least, braucht der Körper Kalium, um aus den über die Ernährung zugeführten Kohlenhydraten die benötigte Energie zu gewinnen.

Da Kalium für die Funktionstüchtigkeit aller Zellen eine wichtige Rolle spielt und somit nahezu überall vorkommt, können auch die Kaliummangel Ursachen äußerst vielfältig ausfallen.

Kaliummangel Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen für einen Kaliummangel zählen unter anderem:

Kaliummangel durch Fehlernährung/Mangelernährung

Insbesondere Menschen mit Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie), Alkoholkranke, Obdachlose aber auch stressgeplagte Personen weisen ein erhöhtes Kaliummangel-Risiko auf. Auch ein übermäßiger Konsum von Salz kann einen Kaliummangel initiieren. Der Grund: Bei einer stark salzhaltigen Ernährung erhöht sich automatisch die Natriumkonzentration im Blut. Der Körper versucht nun, den Natrium-Überschuss über die Nieren auszuscheiden. Dies geschieht jedoch nur in der Kombination mit Kalium – ein Kaliummangel ist das Resultat.

Kaliummangel durch den Konsum bestimmter Medikamente

In den meisten Fällen geht Kaliummangel auf die Einnahme von bestimmten verschreibungspflichtigen, aber auch nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten zurück. Dazu zählen insbesondere Medikamente, die eine erhöhte Nierentätigkeit verursachen oder eine harntreibende bzw. entwässernde Wirkung haben. Unter die verschreibungspflichtigen Medikamenten fallen hier in erster Linie Diuretika wie „Thiazide“ und Schleifendiuretika wie „Furosemid“ oder „Torasemid“. Auch digitalishaltige Herzmedikamente können einen Kaliummangel forcieren. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente, wie beispielsweise die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln, können ebenfalls Hypokaliämie begünstigen.

Kaliummangel durch Magen-Darm-Erkrankungen

Durch häufiges Erbrechen oder Durchfall gehen essentielle Mineralstoffe verloren. Dies gilt auch im Falle des lebenswichtigen Kaliums. Ein übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln (Laxantien) verursacht, wie bereits im Punkt zuvor angesprochen, ebenfalls einen Kaliummangel.

Mangel an Kalium als Folge von Nierenerkrankungen

Da ein optimaler Kaliumhaushalt im unmittelbaren Zusammenhang mit einer gesunden Nierenfunktion steht, gehen Nierenerkrankungen zuweilen mit einem Kaliummangel einher. Schüttet der Körper in Folge einer Überfunktion der Nebennierenrinde zum Beispiel mehr Aldosteron oder Cortisol als benötigt aus, wird mehr Kalium mit Hilfe der Nieren über den Urin ausgeschieden. Man spricht von Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) oder Hypercortisolismus. Zudem kann auch eine bestehende Nierenschwäche zu einem Kaliumverlust und in weiterer Folge zu einem Kaliummangel führen.

Sonstige Ursachen

Aber auch bestimmte Hormonstörungen sowie ein Magnesiummangel bringen ein erhöhtes Risiko einer Hypokaliämie mit sich. Einen weiteren potenziellen Risikofaktor in Sachen Kaliummangel spielt die insulinpflichtige Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus. Der Grund: Die externe Zufuhr von Insulin stimuliert den Austausch von intrazellulärem Natrium gegen Kalium und verringert auf diese Weise die Menge des extrazellulären Kaliums.

Hat  sich ein Kaliummangel erstmal eingestellt, gibt es eine Reihe von Symptomen, die von dem  Betroffenen/der Betroffenen als Warnsignale zum möglichst raschem Gegenlenken wahrgenommen werden sollten. Wie sich ein Kaliummangel bemerkbar macht, liest du im nächsten Absatz.

Kaliummangel Symptome

In der Regel liegt die Kalium-Konzentration im Blut irgendwo zwischen 3,6 – 5,4 mmol pro Liter. Ein Kaliummangel macht sich circa ab 3,2 mmol Kalium pro Liter Blut bemerkbar – dazu gehören vor allem körperliche Symptome. Da der Mineralstoff Kalium maßgeblich an der Zellerregung sowie der Signalweiterleitung beteiligt ist, führt ein Kaliummangel häufig zu folgenden Symptomen:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Muskelschwäche (Paresen)
  • verminderten Reflexen
  • Verstopfung
  • und eine vermehrte Urinausscheidung (Polyurie)
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Nervosität
  • Darmträgheit
  • Appetitlosigkeit
  • Kribbeln
  • erhöhte Neigung zu Akne
  • Hauttrockenheit
  • Wundheilstörungen
  • Muskelschwäche
  • Muskelkrämpfe

Dass ein Kaliummangel nicht zu unterschätzen ist, beweist auch eine Statistik aus der Medizin: Zwischen 2 und 6 Prozent der stationären Aufnahmen in Krankenhäusern sind auf einen drastischen Kaliummangel zurückzuführen. Allerdings werden die aus einem Kaliummangel resultierenden Konsequenzen erst dann wirklich lebensbedrohlich, wenn die Menge an Kalium im Blutserum unter 2,5 mmol pro Liter sinkt.

Das wirft jetzt natürlich automatisch die Frage auf: Wie kann man einen bereits bestehenden Kaliummangel beheben/ausgleichen, bzw. was kann jeder einzelne von uns tun um einen diesen erst gar nicht entstehen zu lassen?

Kaliummangel beheben & vorbeugen

Einem Kaliummangel ist relativ einfach mittels frischer und abwechslungsreicher Ernährungsweise vorzubeugen. Besonders reich an Kalium sind dabei pflanzliche Lebensmittel, wie zum Beispiel Nüsse, Bananen, Himbeeren, Aprikosen, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Pilze, Rhabarber, Karotten, Kürbis, Kohlgemüse und jegliche Form von grünem Gemüse.

Kaliumreiche Lebensmittel – Top 7 Liste

Anbei habe ich die eine Liste mit den Top 7 der kaliumreichsten Lebensmittel zusammengestellt:

  1. getrocknete Pfifferlinge (4.480mg Kalium pro 100g)
  2. Weizenkleie (1.400mg Kalium pro 100g)
  3. getrocknete Aprikosen (1.400mg Kalium pro 100g)
  4. getrocknete Tomaten (800mg Kalium pro 100g)
  5. Spinat (640mg Kalium pro 100g)
  6. Fenchel (500mg Kalium pro 100g)
  7. Bananen (400mg Kalium pro 100g)

Eine weitere Möglichkeit einen Kaliummangel vorzubeugen, ist der Konsum von kaliumreichen Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Mineralwasser, Kräutertees oder Schorlen aus Obst- oder Gemüsesaft.

Wichtiger Hinweis: Kalium (im Übrigen, wie alle anderen Mineralstoffe auch) löst sich aus Lebensmitteln, wenn es zu lange gekocht, oder in Wasser gelagert wird. Daher solltet ihr, wenn möglich, eurer Obst und Gemüse möglichst roh verzehren, beziehungsweise möglichst (mineralstoff-)schonend, zum Beispiel mittels Dünst- oder Dampfgeräten, zubereiten.

Ein akuter Kaliummangel stellt hingegen aufgrund der möglichen schwerwiegenden Folgen (z.B. Herzrhythmusstörungen oder Ödeme) einen medizinischen Notfall dar und lässt sich nicht schnell genug mit einer Ernährungsumstellung ausgleichen. In diesen Fällen muss den Betroffenen umgehend Kaliumchlorid intravenös verabreicht werden. Wenn Medikamente an der akuten Hypokaliämie Schuld sind, müssen diese sofort abgesetzt werden.

Bei einem chronischen Kaliummangel wird das Defizit mittels Kaliumpräparaten, in Form von Tabletten, Brausetabletten, Kapseln oder Pulver, ausgeglichen. Kalium-Präparate zur Nahrungsergänzung sollten von Patienten jedoch ausschließlich nach vorheriger Absprache mit ihrem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Bei Menschen ohne akutem oder chronischem Kaliummangel reicht in der Regel jedoch die Umstellung auf eine kaliumreiche Ernährungsweise vollkommen aus, damit der Kaliumhaushalt ein normales Niveau erreicht.

Kaliummangel Test & Diagose

Um eine Kaliummangel-Diagnose stellen zu können, erfolgt beim Arzt zunächst mal ein sogenanntes Anamnesegespräch. Im Zuge dessen kann der Arzt den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten erfragen und die vom Betroffenen beobachteten Symptome zur Kenntnis nehmen. Beim Verdacht auf einen Mangelzustand fragt der Arzt dann in der Regel nach den jeweiligen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten des Patienten/der Patientin.

Daraufhin erfolgt zumeist eine körperliche Untersuchung, bei der es primär um die Feststellung des gesundheitlichen Allgemeinzustands des Patienten/der Patientin geht. Im Zuge dessen können einzelne Symptome genauer lokalisiert und untersucht werden. Da die Symptome bei einem Kaliummangel zumeist sehr unspezifisch sind, dient die körperliche Untersuchung zudem der Abgrenzung von anderen Erkrankungen, bzw. Mangelerscheinungen.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird der Arzt darüber hinaus Blut abnehmen, um anschließend eine aussagekräftige Blutuntersuchung durchführen lassen zu können. Ist ein Kaliumdefizit vorhanden, lässt sich dies meist anhand der Blutwerte feststellen. Da sich jedoch nur etwa zwei Prozent des Kaliums in unserem Organismus außerhalb der Zellen befinden, ist die Aussagekraft besagter Kaliumblutwerte in der Regel stark eingeschränkt. Ergibt die Blutuntersuchung dennoch einen Kaliummangel, bringt ein zusätzlicher Urintest exakteren Aufschluss über den Kaliumhaushalt des Patienten/der Patientin.

Der Urintest zeigt zudem, ob der Verlust des Mineralstoffs über die Nieren oder den Darm erfolgt und liefert dem Arzt wertvolle Hinweise darüber, auf welche Ursache die Mangelerscheinungen schlussendlich zurückzuführen sind und welche Therapieform für den jeweiligen Betroffenen am sinnvollsten einzusetzen wäre.

Fazit – Ausgewogene Ernährung wichtig

Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass sich diejenigen unter euch, die sich ausgewogen ernähren und sich eines guten, gesundheitlichen Allgemeinzustandes erfreuen, grundsätzlich keine Sorgen um die Kaliumversorgung machen müssen. Selbst wenn du auf eine rein pflanzliche Ernährungsweise setzt, sprich VeganerIn bist, brauchst du in der Regel keine Angst vor einem Kaliumdefizit zu haben.

Falls du jedoch regelmäßig über ein oder mehrere der in diesem Artikel erwähnten Symptome klagst, bzw. an deinem Körper feststellst, solltest du deinen Hausarzt aufsuchen und einen Kaliummangel-Test durchführen lassen. Denn eines ist klar: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Bildquelle: depositphotos.com (ID: 219153628)

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