Jodmangel – Symptome, Test, Folgen & Anzeichen

Jodmangel Symptome, Test, Folgen

Jod ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper vor allem zur Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Leider gehört Jodmangel nach wie vor zu einer der am weitest verbreitetsten Mangelerkrankungen in Deutschland – insbesondere bei Personen über 50 Jahren.

Damit nicht auch du dich in Zukunft zu dieser Gruppe zählen musst, erfährst du im folgenden Artikel alles rund um die Themen Jodmangel Symptome, Anzeichen, Folgen,  Test sowie Behandlung.

Jod: Aufgaben & Funktionen!

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Jod von unserem Organismus nicht in Eigenproduktion hergestellt werden kann, weswegen das Spurenelement dem Körper extern (z.B. über die Nahrung oder Flüssigkeiten) zugeführt werden muss. Doch welche Funktion erfüllt Jod eigentlich in unserem Körper?

Es ist so: Jod ist ein zentraler Bestandteil der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), welche von unserer Schilddrüse produziert werden. Besagte Schilddrüsenhormone regeln wiederum viele (über-)lebenswichtige Stoffwechselprozesse und steuern darüber hinaus die Entwicklung, das Wachstum, den Grundumsatz sowie die Thermoregulation des Menschen.

Wird unser Körper hingegen nicht mit ausreichend Jod versorgt, kann die Schilddrüse wiederum nicht ausreichend T3 und T4 produzieren, wodurch es zwangsläufig zu schwerwiegenden Folgen für unsere Organe, das Nervensystem, den Stoffwechsel und die Muskulatur kommt.

Jodmangel: Die Ursachen

Ein Jodmangel entsteht in erster Linie durch eine ungenügende Aufnahme von Jod über die Ernährung, bestimmte, kontraproduktive Lebensumstände und einen ungesunden Lebensstil. Primär trägst du jedoch schlicht und einfach dann ein erhöhtes Risiko für einen Jodmangel, wenn deine tägliche Ernährung dir nicht ausreichend Jod liefert. Weitere Gründe für einen Jodmangel sind, bzw. können sein:

  • Schwangerschaft/Stillzeit: Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Jodbedarf, da sie nämlich große Jod-Mengen mittels Urin ausscheiden. Auch während der Stillzeit erhöht sich der Bedarf an Jod, da in diesem Zeitraum große Mengen Jod über die Muttermilch ausgeschieden werden. Im Zuge der Schwangerschaft benötigt das Ungeborene Jod, um die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu gewährleisten. Ohne ausreichender Jod-Versorgung hingegen besteht ein erhöhtes Risiko, dass das Kind mit einer Schilddrüsenunterfunktion, oder sogar mit geistigen Beeinträchtigung geboren wird.
  • Jodarme Böden/Jodmangelgebiete: Vor allem in Regionen wie im deutschsprachigem Raum (Österreich, Schweiz, Deutschland) sowie in Regionen Südasiens können vorwiegend nur Nahrungsmittel mit geringem Jod-Gehalt geerntet werden. Der Grund: Die Einstrahlung der Sonne begünstigt die Freisetzung von Jod an der Meeresoberfläche Dieses freigesetzte Jod wird mittels Regen in Böden und damit schlussendlich in die Pflanzen befördert. Das Problem: Mit steigenden Regenmengen wird auch zunehmend Jod aus den Bodenschichten geschwemmt. Die Folge: Besagte Bodenschichten von  Zeit zu Zeit immer ärmer an Jod. Eine steigende Bewässerung von Äckern durch Menschenhand forciert diesen Prozess, sprich den Jodentzug.
  • Rauchen: RaucherInnen weisen ein acht Mal so großes Jodmangelrisiko und eine damit einhergehende Schilddrüsenunterfunktion auf, als NichtraucherInnen. Der Grund dafür ist, dass Zigaretten Thiocyanat enthalten, ein toxischer Stoff, der unsere Schilddrüse davon abhaltet Jod zu absorbieren.
  • Pflanzliche Ernährung: Wie wir im Laufe dieses Artikels noch erfahren werden, sind insbesondere Meeresfischarten sowie Milchprodukte reich an Jod. In Gemüse/Obst kommt Jod hingegen nur in unzureichenden Mengen vor. Für VeganerInnen ist es daher umso wichtiger ihre Mahlzeiten mit jodiertem Speisesalz zuzubereiten.
  • Aufnahme von Lebensmitteln, die die Aufnahme von Jod beeinträchtigen (Stichwort: „goitrogene Lebensmittel“): Goitrogene sind Substanzen, die die Jodaufnahme in unserem Körper beeinträchtigen. Besagte goitrogene Stoffe kommen vor allem in Kresse, Senf, Zwiebel, Kohlsorten, Knoblauch und Nüssen vor.

Trotz der geringen Bedarfsmengen an Jod, kann eine unzureichende Aufnahme von Jod zu schwerwiegenden, gesundheitlichen Folgen führen,  die wir ebenfalls in diesem Artikel erläutern werden. Apropos „ausreichend Jod“: Welche Mengen an Jod braucht der menschliche Organismus eigentlich, um optimal arbeiten zu können?

Lesetipp: Erfahre mehr zu den verschiedenen Mineralstoffmängel wie Magnesiummangel oder Calciummangel.

Empfohlene Menge/Dosis von Jod

Im direkten Vergleich zu anderen Spurenelementen aus der Metagruppe der Mineralstoffe, wie zum Beispiel Zink, Eisen oder Calcium, benötigt der Körper zur optimalen Versorgung nur äußerst geringe Jodmengen, welche sogar in der Maßeinheit „Mikrogramm“ angeführt werden. In etwa 10 Milligramm Jod werden von unserem Körper dauerhaft als „Reserve“ gespeichert. Fast der gesamte Vorrat speichert dabei in der Schilddrüse. Nach den Einschätzungen des „Arbeitskreis Jodmangel“ und dem „Bundesinstitut für Risikobewertung“ werden folgende Dosen als Versorgungsoptimum angesehen:

  • Kinder zwischen
    • Eins und vier Jahren: 100 Mikrogramm pro Tag
    • Fünf und sieben Jahren: 120 Mikrogramm pro Tag
    • Acht und zehn Jahren: 140 Mikrogramm pro Tag
    • Zehn und dreizehn Jahren: 180 Mikrogramm pro Tag
  • Jugendliche/Erwachsene zwischen dreizehn und fünfzig Jahren: 200 Mikrogramm pro Tag
  • Erwachsene jenseits der 51: 180 Mikrogramm pro Tag

Schwangere sowie stillende Frauen sollten hingegen noch mehr Jod zu sich nehmen – und zwar zwischen 230 und 260 Mikrogramm/Tag. Ein erstaunlicher Fakt: Auf das gesamte Leben aufsummiert benötigt ein Mensch im Durchschnitt nur vier bis fünf Gramm Jod. Trotz dieser geringen Bedarfsmengen kann ein Jodmangel weitreichende Folgen für unsere Gesundheit mit sich bringen, welche das genau sind, erfährst du im nächsten Absatz.

Jodmangel Folgen

Ein Jodmangel kann unter anderem zu einem sogenannten „Kropf“, zu Schilddrüsenerkrankungen, bösartigen Veränderungen der Schilddrüse, Antriebsschwäche, Fruchtbarkeitsstörungen oder aber auch zu schwerwiegenden Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf führen.

Zur Erklärung: Als Kropf bezeichnet man eine vergrößerte Schilddrüse, die daraus resultiert, dass die Schilddrüse durch gesteigertes Wachstum versucht, die durch den Jodmangel entstehende Fehlfunktion auszugleichen. Im Zuge dessen kommt es zu einem Anstieg Schilddrüsenzellen. Darüber hinaus produziert die sognannte „Hirnanhangsdrüse“, auch Hypophyse genannt, vermehrt schilddrüsenstimulierende Hormone. In Zuge dessen wachsen die Schilddrüsenzellen zusätzlich.

Dieses Szenario geht häufig über einen gewissen Zeitraum (oftmals Jahre) gut und bleibt ohne merkliche Konsequenzen. Wenn der Mangel an Jod aber aufrecht  erhalten bleibt, sind zum einen nur mehr sehr wenige Jodreserven im Körper verwertbar und zum anderen vergrößert sich die Schilddrüse mit der Zeit so stark, dass sie sogar extern als Struma/Kropf ersichtlich ist. Normalerweise ist die Schilddrüse selbstredend nicht nur nicht sichtbar, sondern sogar kaum ertastbar.

Bei dauerhaftem Jodmangel kann sich die Schilddrüse sogar so stark vergrößern, dass sie die Luftröhre in ihrer Funktion beeinträchtig, was zu Atemproblemen, Schluckbeschwerden und Stimmveränderungen führen kann. Der Bildung eines Kropfes gilt es also mit allen Mitteln vorzubeugen! Aber wie? Die Antwort darauf liest du im folgenden Absatz.

Jodmangel: Vorbeugung

Um einen Jodmangel auszugleichen, bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen, empfiehlt es sich folgende jodreiche Lebensmittel in seinen täglichen Speiseplan zu integrieren:

Jodreiche Lebensmittel – Top 13

  • Jodsalz
  • Seelachs (200µg Jod pro 100g)
  • Thunfisch in Öl (150µg Jod pro 100g)
  • Rotbarsch (99µg Jod pro 100g)
  • Makrele (50µg Jod pro 100g)
  • Schellfisch (243µg Jod pro 100g)
  • Garnelen (130µg Jod pro 100g)
  • Bismarckhering (90µg Jod pro 100g)
  • Algen und Seetang (3,8g Jod pro Kilogramm)
  • Hühnerei (10-30µg Jod pro Eidotter)
  • Brokkoli (15µg Jod pro 100g)
  • Bananen (3µg Jod pro 100g)
  • Spinat (12µg Jod pro 100g)

Wie man anhand der Auflistung erkennen kann, ist Jod insbesondere in Meeresfischen (und natürlich in jodiertem Speisesalz) enthalten. Neben den angesprochenen Meeresfischen liefern aber auch noch Milch und Milchprodukte sowie mit Jod angereichtes Mineralwasser dem Körper Jod. So enthält beispielsweise ein Liter Milch 100µg Jod.
Was viele von euch vielleicht nicht wissen werden: Jod kann auch über die Atemluft in den Körper gelangen, beispielsweise wenn man sich an der frischen Seeluft oder in einer Salzgrotte aufhält.

Zusammenfassend lauten die Empfehlungen zur Vorbeugung eins Jodmangels von Seiten des „Arbeitskreises Jodmangel“ wie folgt:

  • ein bis zwei Mal pro Woche Seefisch essen
  • täglich Milch und Milchprodukte verzehren
  • Verwendung von jodiertem Speisesalz bei der Zubereitung der Mahlzeiten
  • mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel, wie z.B. Wurst, Käse, Brot, in das Ernährungsregime miteinbauen

Unsere Lebensmittel enthalten von Natur aus nur wenig Jod. Der Grund: Jod kommt in den heimischen Böden und Gewässern nur in sehr geringen Mengen vor. Da es wasserlöslich ist, wird es mit Regenwasser oder über Flüsse aus Böden und Gesteinsschichten in Richtung Meer ausgewaschen.

VeganerInnen aufgepasst: Nutzpflanzen können ohne Jod wachsen und gedeihen, reichern sich aber selbst kaum mit Jod an. Gemüse und Obst decken daher nur etwa drei Prozent der Jodversorgung ab. Genau aus diesem Grund sollten Menschen, die einzig und allein auf die pflanzliche Ernährung setzten, verstärkt auf ihre Jodversorgung achten.

Im nächsten Absatz beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie kann man einen Jodmangel eigentlich diagnostizieren?

Jodmangel Test

Die gute Nachricht: Mittels Jod-Test kannst du deinen aktuellen Jodspiegel schnell und unkompliziert überprüfen lassen und im Falle eines Mangels rechtzeitig entgegenlenken. Ein solcher Jod-Test macht dabei insbesondere für schwangere/stillende Frauen, aber auch für AnhängerInnen der veganen Ernährungsform Sinn. Doch wie genau funktioniert ein Jodmangel-Test?

Beim Jod-Test wird die Jodkonzentration im Organismus über eine Urin– oder über eine Blutprobe gemessen. Beim Urintest wird eine Probe deines Morgenurins genommen, denn diese enthält weniger verstoffwechselte Abbauprodukte. Dies würde ansonst die Analyse verfälschen. Einen solchen Jodmangel-Test mittels Urin- oder Blutabnahme kannst du ganz einfach bei deinem Hausarzt durchführen lassen.

Übrigens: Aktuell steht in der Forschung der sogenannte „Jod-Sättigungstest“ im Fokus, welcher die Jod Konzentration in deinem Körper (und nicht nur die im Blut oder im Urin) misst. So eine Methode muss allerdings noch auf ihre Wirkung bzw. Aussagekraft hin überprüft werden.

Jodmangel: richtige Behandlung & Therapie!

Wurde ein Jodmangel diagnostiziert, kannst du diesen primär mit einer Ernährungsumstellung behandeln (siehe Absatz „Jodmangel: Vorbeugung“). Abhängig vom Ausmaß des Jod-Mangels kann eine Behandlung mittels Jod-Tabletten oder auch Jod-Tropfen in Betracht gezogen werden.

Liegt beim Patienten/der Patientin jedoch bereits eine Schilddrüsenvergrößerung (=Struma) vor, sollte die Therapie unbedingt unter fachlicher Aufsicht erfolgen. Grundsätzlich solltest du beachten, dass du einen Jodmangel nicht einzig und allein aufgrund einer Selbstdiagnose, sprich ohne ärztliche Kontrolle, mit Jod-Präparaten behandelst. Diese Vorgehensweise kann nämlich schnell zu einem nicht unerheblichen Risikofaktor für deine Gesundheit werden, indem du einen Jodüberschuss heraufbeschwörst!

Eine einfache und zugleich effektive Abhilfe wäre die Verwendung von Jodsalz anstatt von herkömmlichen Salz, welches auch bereits in der Lebensmittelindustrie verwendet wird. Laut Schätzungen würden ohne den Gebrauch von jodiertem Salz 100% der deutschen BürgerInnen die Empfehlungen hinsichtlich der Tagesdosis an Jod nicht bewerkstelligen.

Bei älteren PatientInnen (50+) und bei jenen, die bereits seit längerer Zeit unter einem Jodmangel leiden, sind umfangreiche Diagnosen der Schilddrüsenfunktion notwendig, bevor sich bezüglich einer Behandlungsmethode geeinigt werden kann.

In der Regel wird dem Patienten eine Kombinationstherapie bestehend aus Schilddrüsenhormonen und JodSupplementen nahegelegt. Oftmals ist jedoch auch der alleinige Einsatz von Schilddrüsenhormon sinnvoll. In weiterer Folge ist vom Patienten/von der Patientin selbstredend auf eine jod-reiche Ernährungsform zu achten, eventuell muss überdies auch noch ein Jod-Präparat mit geringer Dosierung konsumiert werden.

Fazit

Zum Abschluss des heutigen Artikels habe ich euch die wichtigsten Fakten und Aussagen zur Thematik „Jodmangel“ noch einmal kurz und prägnant zusammengefasst:

  • Jod ist ein essentielles Spurenelement, das vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann und damit über die Nahrung aufgenommen werden muss.
  • Deutschland gilt aufgrund der jodarmen Böden als Jodmangelgebiet. 30 Prozent der deutschen Bevölkerung sind mit Jod unterversorgt.
  • Die Hauptfunktion von Jod liegt in der Bildung wichtiger Schilddrüsenhormone (T3 und T4).
  • Ein Jodmangel führt zu einer Schilddrüsenunterfunktion und damit in weiterer Folge zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (=Kropf).
  • Risikogruppen für einen Jodmangel sind schwangere/stillende Frauen, RaucherInnen, VeganerInnen und Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen.
  • Besonders reich an Jod sind Meeresfische, Milch/Milchprodukte, jodiertes Speisesalz sowie Algen und Spinat.
  • Die Behandlung eines Jodmangels erfolgt über eine ausgewogene Ernährung und eine eventuelle Supplementierung über Tabletten oder Tropfen. Vor allem schwangere und stillende Frauen sollten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt Jod supplementieren (Stichwort „Jodüberschuss“).

Bildquelle: depositphotos (ID: 69844923)

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