Carb Cycling Plan – In fünf Schritten zur fettfreien Muskelmasse!

Es gilt als die Königsdisziplin des Bodybuildings – oft angestrebt, jedoch leider nur selten erreicht. Die Rede ist vom gleichzeitigen Muskelauf- und Fettabbau. Die Krux bei der Sache: Muskelauf- und Fettabbau bilden ein grundsätzliches Paradoxon. Das eine verlangt nämlich nach einem Kalorienüberschuss, das andere nach einem Kaloriendefizit. Wie also beides unter einen Hut bekommen? Die Antwort lautet: Carb Cycling!

Der heutige Blog-Beitrag führt dich zunächst kurz (versprochen!) in die Thematik der „zyklischen Kalorienzufuhr“ ein (Theorie-Teil) und liefert dir anschließend eine detaillierte „5-Schritte-Anleitung“ damit auch deinem Erwerb fettfreier Muskelmasse nichts mehr im Wege steht (Praxis-Teil).

Was ist Carb Cycling?

Unter Carb Cycling versteht man eine Ernährungsform, die auf einen alternierenden Rhythmus hinsichtlich der Kohlenhydratzufuhr setzt. Oder etwas salopper ausgedrückt: Beim Carb Cycling konsumiert man an manchen Tagen (z.B. an Trainingstagen) mehr und anderen Tagen (z.B. an Ruhetagen) wiederum weniger Kohlenhydrate. In der Fitnessszene spricht man auch vom Wechsel zwischen sogenannten High Carb- und Low Carb-Tagen.

Der Körper erhält also immer nur dann schnellverfügbare Energie in Form von Kohlenhydraten, wenn diese auch tatsächlich benötigt werden – z.B. nach einem intensiven Workout (Stichwort: Muskelaufbau) oder einem besonders anstrengenden Arbeitstag.

Der Clou am Carb Cycling: Dadurch, dass man hinsichtlich des Kohlenhydratkonsums sehr flexibel agiert und sich zum Beispiel an weniger aktiven Tagen mit der Energiezufuhr ganz einfach einschränkt, läuft man nie Gefahr, dass der Körper die überschüssige Energie  in Fett umwandelt und in weiterer Folge abspeichert (Stichwort: Fettabbau). Im Gegenteil, der Körper nutzt die „Carbs“ effizient für den Muskelaufbau.

Sinn und Zweck der Carb Cycling-Diät ist es also den Fettabbau anzukurbeln und gleichzeitig fettfreie Muskelmasse hinzuzugewinnen.

Konzipiert wurde dieses Programm, welches sich als „Zwitterform“ aus Defi- und Muskelaufbaustrategie versteht, vom US-Amerikaner Chris Powell – seines Zeichens Fitness- und Ernährungscoach.

Wie funktioniert Carb Cycling?

Zu diesem Zeitpunkt wissen wir bereits, dass es beim Carb Cycling darum geht seine Kohlenhydratzufuhr dem Energiebedarf des jeweiligen Tages anzupassen. Je nachdem, ob man einen körperlich strapaziösen Tag, oder einen Heute-mache-ich-einfach-mal-gar-nichts-Tag vor sich hat, variiert man zwischen High Carb und Low Carb-Kost.

Darüber hinaus wissen wir auch bereits welchem Zweck die ganze „Kohlenhydrat-Alterniererei“ dienen soll – nämlich dem Aufbau fettbefreiter Muskelmasse. So weit, so gut. Bleibt noch die Frage: Wie soll die Carb Cycling-Methode im Alltag nun konkret umgesetzt werden?

Ganz einfach: Beim Carb Cycling wird die Woche in „High Carb-Tage“, „Tage mit moderater Kohlenhydratzufuhr“ (Medium Carb) und „Low Carb-Tage“ kategorisiert:

  • An ersteren Tagen werden die Glykogenspeicher mittels kohlenhydratreicher Kost umfassend aufgeladen. Auf diese Weise wird die Insulinausschüttung forciert, wodurch wiederum dem Katabolismus (=Muskelabbau) während einer Diätphase präventiv entgegengewirkt werden soll. Darüber hinaus wird an den High-Carb-Tagen der Woche das Training der großen Muskelgruppen (Rücken, Brust, Beine etc.) angesetzt, da hier unser Körper auch über die meiste Power verfügt.
  • An den Medium-Carb-Tagen bzw. an den Tagen mit moderater Kohlenhydratzufuhr sind die Glykogenspeicher weiterhin gut „gespeist“, wodurch man in der Folter-, äh, ich meine natürlich Kraftkammer volle Leistung erbringen kann, obwohl sich unser Körper an diesen Tagen bereits in einem leichten (!) Kaloriendefizit befindet. Aus trainingsspezifischer Sicht bietet es sich an, an den Medium-Carb-Tagen ein moderates Workout durchzuführen (z.B. Training kleinerer Muskelgruppen durch Isolationsübungen oder ein leichtes Cardio-Workout).
  • Last but not least, gibt es da noch die berühmt-berüchtigten Low-Carb-Tage. Diese werden (immer und ausschließlich) an trainingsfreien Tagen, den sogenannten Rest Days, realisiert. Aber: Wie „low“ ist die Kohlenhydratzufuhr an besagten Tagen eigentlich? Als Richtwert gilt hierbei: Es sind nur 75 Prozent der ursprünglichen Kohlenhydratzufuhr erlaubt!

Durch diese Dreiteilung der Woche entsteht im Optimalfall ein synergetischer Spiraleffekt. Was ich damit meine? Ganz einfach: An den kohlenhydratreichen Tagen, die ja bekanntlich auf die Trainingstage entfallen, hat man automatisch mehr Kraft und Power im Gym. Durch die gesteigerten Kraftwerte, die aus vollen Glykogenspeichern resultieren, wird man wiederum mehr Gewichte auf der Hantelbank und im Squat-Rack bewegen können.

Variieren der Kohlenhydratzufuhr

Dies führt unterdessen dazu, dass mehr Muskelfasern rekrutiert werden und somit der Muskelaufbau stärker vorangetrieben werden kann. Die neu hinzugewonnene Muskelmasse sorgt anschließend für einen erhöhten Grundumsatz, was wiederum die Fettverbrennung forciert. Besonders stark zum Tragen kommt dieser Effekt dann schlussendlich an den Low-Carb-Tagen, da hier der Stoffwechsel weiterhin auf Hochtouren läuft, aber natürlich weniger Kohlenhydrate ins Gesamtsystem kommen.

Genau auf diese Weise ist es den AthletInnen möglich ganzjährig eine muskulöse und dennoch definierte Form aufzuweisen.

Kurz zusammengefasst:

  • High Carb-Tage: Training der großen Muskelguppen
  • Medium-Carb-Tagen: Moderates Training
  • Low Carb-Tage: Trainingsfrei

Carb Cycling: Vorteile & Nachteile

Wie bei so ziemlich allen Dingen im Leben ist auch die Carb Cycling Diät nicht ausschließlich mit positiven Aspekten gesegnet. Doch im direkten Vergleich zu anderen Diäten kann sie durchaus mit überzeugenden Argumenten Punkten. Anbei habe ich euch die essentiellsten Vor- und Nachteile des Carb Cyclings auf einem Blick zusammengefasst:

Vorteile

Dank der klugen Dosierung von Kohlenhydraten ist mittels Carb Cycling das bis dato Unvorstellbare vorstell- und sogar umsetzbar: der gleichzeitige Muskelauf- und Fettabbau.

Synergetischer Spiraleffekt

Konstantes Energielevel

Der psychische Aspekt: Eine klassische Diät belastet – wie viele von euch sicherlich wissen werden – nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Doch nicht so das Carb Cycling! Der Grund: Die kohlenhydratarmen Tage sind mental wesentlich einfacher zu verkraften, wenn man genau weiß, dass sie schon sehr zeitnah durch High- oder Medium-Carb-Tage abgelöst werden.

Vermeidung von Heißhungerattacken: Der Wechsel zwischen High-, Medium- und Low-Carb-Tagen führt nicht zuletzt dazu, dass sich unser Leptinspiegel auf einem konstant hohen Niveau befindet. Der Vorteil dabei: Leptin hat einen starken Einfluss auf jene Hormone, die unserem Körper „Hunger“ signalisieren. Die High-Carb-Tage fungieren dabei als eine Art „Refeed“.

Reduktion der Stresshormone: Die Kombination aus Kohlenhydratmangel und hohem Trainingsvolumen führt bei klassischen Diäten zumeist zu einem rasanten Anstieg des Cortisol-Levels. Dies wiederum führt unentwegt dazu, dass der Körper mehr Wasser speichert. Ein Faktum, dass gerade aus der Perspektive eines Fitnessfreaks nicht gerade für Luftsprünge sorgen dürfte. Durch die relativ hohe Kalorienzufuhr an Trainingstagen wird diesem Effekt beim Carb Cycling im Vorhinein der Garaus gemacht.

Nachteile

Hoher Rechen- und Planungsaufwand: Um seine Kalorien adäquat „cyclen“ lassen zu können, ist es zunächst unentbehrlich über seinen genauen Kalorienbedarf Bescheid zu wissen. Wie viele Kohlenhydrate brauche ich an High-Carb-Days? Wie viele an „Rest Days“? Und ab wann kann man eigentlich von einer moderaten Kalorienzufuhr sprechen? All das sind Fragen die bei dieser speziellen Ernährungsstrategie vorab geklärt werden müssen. Hinzu kommt, dass man seine Workouts immer im Voraus festlegen muss. Eine spontane Trainingssession im Park zwischendurch? Beim Carb Cycling eher unerwünscht. Wer sich dem Carb Cycling also verschreiben möchte, sollte eine gewisse Affinität zum Kalkulieren mitbringen.

Nicht wirklich „anfängertauglich“: Aufgrund der Tatsache, dass mit der Carb Cycling-Methode ein relativ hoher Aufwand verbunden ist, können sich Fitnesseinsteiger schnell mal überfordert fühlen und so das Interesse an dieser Diätform verlieren. Aus diesem Grund empfiehlt es sich das Alternieren der Kohlenhydratzufuhr, welches ja die Carb Cycling-Diät propagiert, erst dann auszuüben, wenn man bereits die ersten Trainings- und Diäterfahrungen sammeln durfte.

Carb Cycling Diät: Die wichtigsten Regeln!

Um den Theorie-Teil abzurunden, habe ich euch die Do´s & Dont´ts des Carb Cyclings übersichtlich zusammengefasst. Wer diese Regel gewissenhaft befolgt, hat eigentlich nur eines zu befürchten: optimale Trainingsresultate!

  1. Verteile deine Essenszufuhr auf fünf Mahlzeiten pro Tag, um den Insulinspiegel konstant zu halten!
  2. Trinke direkt nach dem Erwachen ein großen Glas warmes Wasser mit einem Schuss Zitronensaft (optional), um den Metabolismus in Schwung zu bringen. Auch Grüner Tee eignet sich hier bestens.
  3. Die erste Mahlzeit des Tages sollte in etwa 30 Minuten nach dem Aufstehen erfolgen. Die restlichen vier Mahlzeiten anschließend im 3-Stunden-Rhythmus – und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei um einen High-, Medium- oder Low-Carb-Tag handelt.
  4. Lege deine Trainingseinheiten immer auf High-Carb-Tage. Denn: Kohlenhydrate fördern die Insulinausschüttung. Insulin wirkt wiederum anabol und schafft somit ein optimales Milieu in puncto Muskelaufbau.
  5. Drossle deine Kohlenhydratzufuhr an Low-Carb-Tagen auf 75 Prozent des Tagesbedarfes.
  6. Erhöhe deine Kohlenhydratzufuhr an High-Carb-Tagen auf 125 Prozent des Tagesbedarfes.
  7. Halte die Fett- und Proteinzufuhr konstant (hoch).
  8. Passe deine Trainingsintensität an die Kohlenhydratzufuhr an und umgekehrt.
  9. Beachte nicht nur die Quantität, sondern vor allem auch die Qualität der zugeführten Kohlenhydrate (Stichwort: komplexe Kohlenhydrate).
  10. Behalte immer die Gesamtkalorienmenge im Blick – am Ende zählt einzig und allein eine ausgeglichene Wochenbilanz! Zwingende Voraussetzung: Kalorien zählen
  11. Klammere nicht aus falschem Ehrgeiz die High-Carb-Tage aus! Diese sind essentiell für den Abnehm- und insbesondere für den Muskelaufbauerfolg. Der High-Carb-Tag ist beim Carb Cycling in etwa das, was der „Cheat Day“ für die Low-Carb-Diätler darstellt. Beim Boykottieren desselbigen, würdest du auf Sicht gesehen nur dich selbst sabotieren!
  12. Sei geduldig! Klar ist: Bei dieser Art von „Pendeldiät“ können zunächst leichte bis mittlere Gewichtsschwankungen auf den Plan treten. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und langfristig zu denken.

Carb Cycling Plan

Carb Cycling Diät

Nun kommen wir aber schnurstracks zum versprochenen (und von den meisten von euch wahrscheinlich lang ersehnten) Praxis-Teil. Welche Herangehensweise empfiehlt sich, wenn man mittels Carb Cycling effektiv und nachhaltig abnehmen ohne Muskelabbau möchte? Anbei erkläre ich euch, wie ihr anhand vier simpler Schritte euren persönlichen Carb Cycling Plan erstellen könnt.

Schritt 1: Lege deine Makronährstoffzufuhr fest!

… bitte was? Zur Erklärung: Unter der Bezeichnung „Makronährstoffe“ versteht man jene Nährstoffe, aus denen der Körper Energie gewinnt – Fett, Protein und Kohlenhydrate. Möchte man nun über die Ernährung Einfluss auf seine Körperkomposition nehmen – sprich ab- oder zunehmen – muss man eben genau an diesen „Nährstoff-Stellschrauben“ drehen.

Und so geht´s:

* Protein: Um während des Kaloriendefizits an den Diät-Tagen keinen Muskelabbau zu riskieren, solltest du deinen Körper immer ausreichend mit Eiweiß versorgen. Eine Studie der AUT University verdeutlichte in diesem Zusammenhang, dass sich die optimale Proteinaufnahme – für einen diäthaltenden Sportler wohlgemerkt – irgendwo zwischen 2,2 und 2,6 Gramm Eiweiß pro Kg Körpergewicht einpendelt. Generell gilt dabei der Grundsatz: Je fettbefreiter dein Körper und je länger die anhaltende Diätphase, desto mehr Protein sollte dem Körper zur Verfügung gestellt werden.

* Fett: Es existiert wohl kein Makronährstoff – oder generell ein Nährstoff – der seitens Abnehm-Williger so sehr dämonisiert wird wie das Fett. Mit 9 Kcal pro Gramm ist Fett zwar der kaloriendichteste Makronährstoff, dafür aber auch der Energielieferant Nummer eins. Fürs Carb Cycling gilt daher auch: 20 bis 35 Prozent deiner täglichen Kalorienzufuhr sollte aus Fetten stammen.

* Kohlenhydrate: Wer seinen Körper regelmäßig an die Belastungsgrenze führt, sollte unter gar keinen Umständen Kohlenhydrate von seinem Speiseplan verbannen. Der Grund: „Carbs“ dienen unter anderem der Energiebereitstellung während des Workouts und sorgen so bei richtigem Gebrauch und Einsatzzeitpunkt für physische Leistungssteigerungen. Genau aus diesem Grund meidet die Carb Cycling Diät diesen Makronährstoff – im Gegensatz zu anderen Diätformen – nicht zur Gänze, sondern versucht diese stattdessen klug in das Ernährungsregime zu integrieren. Die Conclusio: Die noch offene Kalorienmenge bis zum Erreichen des Tagesbedarfs solltest du – unter Beachtung des vorhin besprochenen 3-Tages-Rhythmus – mit Kohlenhydrate abdecken.

Schritt 2: Fett-, Protein und Kohlenhydratbedarf ermitteln!

Um die passende Makronährstoffverteilung zu kennen, muss man sie – so hart es auch klingen mag – schlicht und einfach errechnen. Wie das genau funktioniert, erkläre ich in den folgenden Absätzen.

Im ersten Schritt müssen wir unseren Grundumsatz ermitteln. Wichtig dabei ist es, alle Aktivitäten, die wir im Laufe unseres Alltags ausüben miteinzubeziehen. Für diesen ersten Schritt könnt ihr den Taschenrechner noch getrost in der Schublade liegen lassen – dafür gibt es nämlich (praktischerweise) kostenlose Online-Kalorienrechner.

Wenn der Tagesbedarf errechnet wurde, sollte man sich nochmals in Erinnerung rufen, wobei es beim Carb Cycling überhaupt geht – genau, um das Variieren der Kohlenhydratzufuhr. Bedeutet im Umkehrschluss: Der Protein- und Fettkonsum bleibt konstant, bzw. immer gleich.

So weit, alles klar? Gut. Gehen wir nun davon aus, dass eine Athletin mit den folgenden Werten auf das Carb Cycling-Konzept zurückgreifen möchte: Größe – 174, Gewicht – 63 kg, KFA 23%, Alter – 34 Jahre. Mittels Kalorienrechner hat besagte Frau einen persönlichen Grundumsatz von 1395 kcal für sich ermittelt.

Wie bereits kurz angesprochen müssen noch etwaige Aktivitäten in der Gleichung mitberücksichtig werden:

  1. berufliche Aktivitäten (=Arbeitsumsatz): 299 kcal (Bürojob / überwiegend sitzend)
  2. Freizeitaktivitäten: 1x Yoga, 3x Krafttraining, 1x Cardio in Form von Joggen pro Woche – 251 im Schnitt täglich

Nun addieren wir alles und kommen auf einen Kalorien-Betrag von ca. 2000 kcal pro Tag (aufgerundet).

Wenn die Athletin nun jeden Tag 2000 kcal konsumieren würde, dann würde ihr Körpergewicht stagnieren, sprich sie würde weder zu- noch abnehmen.

Da es jedoch in erster Linie ihr Ziel ist Fett zu verlieren, müssen wir von diesem Betrag noch 20 Prozent subtrahieren. Je nach Kaloriendefizit

Macht summa summarum 1600 kcal pro Tag.

Um nun die optimale Makronährstoffverteilung der Frau zu eruieren, schließen wir vom Gewicht (63 kg) auf die passende Protein- und Kohlenhydratanzahl.

An Medium-Carb-Tagen sollte die Makronährstoffverteilung der Athletin also wie folgt aussehen: 157,5 Gramm Proteine und 157,5 Gramm Kohlenhydrate.

Doch wie verhält es sich mit dem Fett? Um auf die erlaubte Fettmenge zu kommen, müssen wir den Protein- und Kohlenhydratanteil vom gesamten Tagesbedarf ermitteln. Zur Erklärung: 1 Gramm Eiweiß/Kohlenhydrate liefert dem Körper 4,1 kcal. 1 Gramm Fett schlägt hingegen mit 9,3 kcal zu Buche.

Wir multiplizieren die erlaubten 157,5 Gramm Proteine/Kohlenhydrate also mit 4,1 und nehmen das Ganze anschließend mal zwei -> 157,5 x 4,1 = 645,75 -> 645,75 x 2 = 1291,5.

Diese Summe subtrahieren wir nun von unserem Tageslimit (Fettabbau) 1600 – 1291,5 = 308,5 kcal. Dieses Ergebnis muss nun nur noch durch 9,3 dividiert werden, um auf die passende Fettmenge pro Tag zu kommen. 308,5 : 9,3 = 33,2 Gramm. Fazit: An den Medium-Carb-Tagen darf unsere Musterathletin 157,5 Proteine, 157,5 Kohlenhydrate und 33,2 Gramm Fette verzehren.

An Low-Carb-Tagen wird die erlaubte Kalorienzufuhr auf 75% des Tagesbedarfs gedrosselt. Bedeutet nun also:

  • 157,5 x 0,75 = 131,63 g Kohlenhydrate

Da beim Carb Cycling nur die Kohlenhydrataufnahme, nicht aber Protein- und Fettzufuhr variiert, lautet die optimale Makronährstoffaufnahme der Frau an Low-Carb-Tagen: 157,5 g Proteine, 33,2 g Fette und 131,63 g Kohlenhydrate.

Umgerechnet werden also an den kohlenhydratreduzierten Tagen nur mehr 1468,27 kcal konsumiert.

Die High-Carb-Tage zeichnen sich hingegen durch einen Kalorienüberschuss aus. Genauer gesagt, sind an diesen Tagen der Woche 125 Prozent des Tagesbedarfs an Kalorien legitim. Dieses Plus wirkt sich nun wie folgt auf unsere Gleichung aus:

  • * 157,5 x 1,25 = 196,8 g Kohlenhydrate

Die optimale Makronährstoffverteilung für unser sportliches Versuchskaninchen lautet an High-Carb-Tagen dementsprechend: 157,5 g Proteine, 33,2 g Fette und 196,8 g Kohlenhydrate.

Umgerechnet ergibt sich dadurch am Ende des Tages ein Verzehr von 1761,39 kcal. Hier findest du gute Ernährungs Apps, die die das Tracken der Kalorien und Makronährstoff vereinfachen.

Schritt 3: Durchhalten!

Unzählige Carb Cycling-Erfahrungsberichte beweisen: Durchhalten lohnt sich! Klar, aller Anfang ist schwer und so können auch zu Beginn der Carb Cycling-Diät Probleme auftreten. Es liegt zum Beispiel durchaus im Rahmen des Möglichen, dass du dich in den ersten Wochen nach Diätbeginn hin und wieder aufgebläht fühlst (insbesondere an den High Carb Tagen). Doch sei unbesorgt – das ist völlig normal und pendelt sich im Laufe der Zeit ein, sobald sich dein Körper an die Umstellung gewöhnt hat.

Der Grund dafür liegt schlicht und einfach darin, dass unser Körper für jedes Gramm Kohlenhydrate bis zu vier Gramm Wasser speichert. Die Schlussfolgerung lautet: Je mehr Kohlenhydrate (Stichwort High Carb-Tage), desto mehr Wassereinlagerung, desto höher die Anzeige auf der Waage.

Spätestens an den Low Carb-Tagen schwindet das Wasser ebenso schnell, wie es gekommen ist.

Wichtig: Erliege nicht der Versuchung zwei Tage in Folge Kohlenhydrate zu reduzieren, geschweige den ganz wegzulassen, nur um dem Blähbauch so schnell wie möglich Einhalt zu gebieten. Die Folge wäre eine Verlangsamung des Stoffwechsels, wodurch du deiner eigenen Fettverbrennung größter Feind werden würdest.

Ein weiterer, beliebter Motivationskillern ist der tägliche Gang auf die Waage. Das Problem: Carb Cycling ist ein auf längere Zeiträume ausgelegtes Abnehm-Konzept und bewirkt keineswegs tägliche Abspeck-Wunder. Ergo, hat auch das tägliche Wiegen wenig Sinn, bzw. kann sich sogar äußerst kontraproduktiv auf die persönliche Diät-Motivation auswirken. Mein Tipp lautet daher: 1x pro Woche wiegen, reicht völlig aus – am besten immer am selben Tag und immer am Morgen auf nüchternen Magen!

Falls die Abnehm-Erfolge nur äußerst schleppend eintreten, oder gar zur Gänze ausbleiben sollten, empfiehlt es sich seine Kohlenhydratzufuhr noch mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nicht selten schrecken die Carb Cycling-Amateure nämlich vor den Kalorienmengen an High Carb-Tagen zurück und machen stattdessen lieber „halblang“. Das Problem dabei: Die Carb Cycling-Ernährungsform lebt geradezu von der großen Kalorien-Diskrepanz zwischen High- und Low Carb-Tagen. Also: Weniger ist oftmals tatsächlich weniger – und zwar im Falle von Carb Cycling weniger Gewichtsverlust!

Carb Cycling Erfahrungen: Das Fazit!

Wenn man „cycling“ hört denkt man als erstes – na, klar – ans Fahrradfahren! Und tatsächlich: Es besteht eine entscheidende Parallele, ein gemeinsamer Nenner zwischen dem Radsport und der Pendeldiät. Und zwar: Beides bedarf anfänglich eines relativ großen Aufwandes!

Bei der Carb Cycling-Diät äußert sich dies in der Errechnung der adäquaten Makronährstoffverteilung, sowie in der sorgfältigen Wochen- und Mahlzeitenplanung. Die gute Nachricht: Ist der Stein erstmal ins Rollen gekommen, verhält es sich wie mit dem Fahrradfahren – „man verlernt´s nimma mehr!“.

Wer also vor besagtem Zeit- und Rechenaufwand nicht zurückschreckt und die oftmals etwas komplexe Anfangsphase überwindet, hat mit Carb Cycling ein Diätkonzept auserkoren, dass – um es auf den Punkt zu bringen: Schlichtweg funktioniert! Nicht umsonst vertrauen auch professionelle Wettkampfathleten auf die zyklische Kohlenhydratzufuhr und verdanken nicht zuletzt dem flexiblen Umgang mit den „Carbs“ ihren Muskelauf- und Fettabbauerfolg. Ob die „Kosten-Nutzen-Rechnung“ auch für Hobbysportler aufgeht? Es ist wie mit dem Fahrrad fahren: Probieren geht über Studieren!

Wie sind eure Erfahrungen mit Carb Cycling? Berichte uns gerne eure Tipps, Fragen oder Hinweise als Kommentar.

Bildquelle: depositphotos (ID: 114500698, 70957645)

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